Bienen als neue „Gäste“

 

Die KTS – Kärntner Tourismusschule ist Partner von Slow Food Kärnten.

An der Lebens- und Genussschule im Alpen-Adria-Raum lernen und arbeiten Schüler/innen, Kollegstudierende und auch alle Mitarbeiter/innen - entsprechend dem Motto „gesund, sauber, fair“ - in einer lebenswerten Atmosphäre und mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Für das nächste Schuljahr werden Fachvorstand Josef Trieb und die Projektverantwortliche für die Slow Food-Idee Birgit Pipp „neue Gäste“ am Gelände der KTS willkommen heißen: die Bienen. Zu einer nachhaltigen Bildung im Sinne von Slow Food ist das Wissen über Bienen unerlässlich. Unterstützt werden wird dieses Projekt von Frau Bettina Schaumberger, Imkerin und VS-Lehrerin aus Villach. Ab Herbst stehen Bienenstöcke mit den kleinen Superhelden von Frau Schaumberger am KTS-Areal. Die Schüler/innen bekommen so die Möglichkeit, hautnah bei dem Prozess „von der Biene bis zum Honig“ dabei zu sein. Geplant ist auch die Aussaat einer Blumenwiese, das große Ziel ist jedoch die Verkostung des ersten eigenen Honigs und Honigmets der KTS.

Trotz Corona hat es heuer zahlreiche, nachhaltige Aktivitäten gegeben. Die Klasse „Slow Food Werkstatt 3AT“ durfte im April ein ganz besonderes, regionales Projekt mit der Partnerschule Stiegerhof anpacken. Über zwei Jahre wurde ein Ochse am Stiegerhof aufgezogen, die Sommermonate verbrachte er auf saftigen Almen. Direkt vom Bauernhof wurden die kostbaren Fleischteile an die KTS übergeben und komplett zu RibEye - Steak, geschmorten Rouladen, Rindsbraten, Tafelspitz oder OX-Tatar verarbeitet. Diplompädagoge Manfred Zerava betont: „Es geht darum, den Schülern/innen zu vermitteln, Lebensmittel-
verschwendung zu vermeiden und ein geschlachtetes Tier als Ganzes zu verwenden.“ Ein ähnliches Projekt war die Ver-
arbeitung eines Mölltaler Glocknerlammes, welches vom Ederbauer im Ganzen an die Schule geliefert und vollständig zu traditionellen Gerichten verarbeitet wurde.

Das große Event mit Verkostungsmeile, Küchenparty und Expertentalk, welches im Rahmen einer Diplomarbeit geplant war, fand situationsbedingt verkleinert in Form einer Online-Konferenz statt. Anna-Lena Sickl und Sabrina Stark beschäftigten sich in ihrer Studie mit dem Thema Slow Food Villages – Orte des guten Lebens. In einem Onlineworkshop kamen die Leitpersönlichkeiten Eckart Mandler, Martina Plamenig und die Vertreter von drei Slow Food Villages zu Wort und erläuterten die aktuellen Projekte in ihren Dörfern.

Am Slow Food Tag, dem 21. Oktober 2020, hatte jeder Lehrer die Aufgabe, das Thema Slow Food in seinem Unterricht in einer Klasse umzusetzen. Das führte zu den unterschiedlichsten Aktivitäten: Brotverkostung und Kalkulation, Videokonferenz zum Thema Lesachtaler Bauernbrot, Präsentationen im Fach Mehrsprachigkeit, Kreationen rund um die Forelle und Apfelessig sowie ein Slow Food Dinner im Restaurant.

Auch die vier Junior Companies beschäftigten sich mit der Entwicklung und Vermarktung von vorwiegend regionalen und nachhaltigen Produkten. Und nicht zuletzt gab es zahlreiche Veränderungen in unserem Weingarten „Ried Sonnacker“ direkt vor der Schule. Ab sofort wird „naturnaher Weinbau“ mit Unterstützung des international erfahrenen Experten für Weingärten Milan Arti und dem bekannten Kärntner Bio-Winzer Alexander Egger vom Weingut Sternberg betrieben. Dazu gehören die folgenden Maßnahmen: Kräftigen der bestehenden Reben durch besonderes Augenmerk auf die Mondphasen beim Rebschnitt, frühzeitiges (und permanentes) Ausdünnen sowie Rebenschutz mit natürlichen, im Bioweinbau üblichen Spritzmitteln und Aufbaustoffen. Außerdem wird der Boden in der Rebenzone mit Schafwolle, gehäckseltem Stroh, Rindenmulch und Hackschnitzeln freigehalten sowie die Erziehungsform der Reben durch Binden eines Halbbogens geändert.

Die Reise in Richtung Slow Food Schule ist eine lohnende und jeder einzelne Schritt eine ganz besondere Erfahrung.

Text Sonja Schusteritsch
Fotos Bettina Schaumberger
Biene Stephan Duller, 3BT2

 

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